Fahrradfahrer fallen hinten runter

Allgemein

Die Zukunft der Mobilität gehört wohl zu den wichtigsten Fragen der heutigen Zeit. Klar ist, dass wir alle so mobil wie möglich sein wollen. Egal ob auf dem Weg zur Arbeit oder zum Treffen mit Freunden, bisher stellte insbesondere das Auto das Hauptverkehrsmittel in unserer Gesellschaft dar. Dementsprechend wurden auch unsere Städte gestaltet: Die gesamte Infrastruktur der Städte war auf das Automobil ausgerichtet, auch hier in Nordhausen.

Doch die Zeiten haben sich geändert, mittlerweile steigen immer mehr Menschen in den Städten für ihre alltäglichen Besorgungen auf das Fahrrad um. Der Radverkehr ist praktischer, kostengünstiger und vor allem umweltfreundlicher als das Auto. Auch die Politik ist sich mittlerweile darüber im Klaren: Der Radverkehr in den Städten muss weiter gefördert werden.

Deshalb sollte es auch hier bei uns in Nordhausen oberste Priorität sein, dem Fahrrad eine angemessene Rolle in der Verkehrsplanung der Stadt zuzugestehen. Doch aktuell scheint dies immer noch nicht wirklich umgesetzt zu sein, Nordhausen ist weiterhin keine fahrradfreundliche Stadt! Wichtige Verkehrsachsen wie die Stolberger Straße sind unzureichend auf das Fahrrad ausgerichtet und daher teilweise sogar gefährlich. Die Ortsteile sind auch weiterhin unzureichend mit Fahrradwegen angebunden, dies stellt für Schüler und junge Menschen in den Ortsteilen, die auf das Rad angewiesen sind, eine große Gefahr dar. Man denke nur an die gefährliche Strecke zwischen Nordhausen und Petersdorf.

Schließlich scheint aber auch bei der Neuplanung von Straßen in Nordhausen nur unzureichend auf das Fahrrad geachtet zu werden. Die Sangerhäuser Straße zwischen dem Kreisel an der Rautenstraße über die Frauenbergkirche bis zum Taschenberg wurde beginnend vom letzten Jahr an neu asphaltiert. Doch einen separaten Fahrstreifen oder auch einen eigenen Fahrradweg sucht man vergeblich. Insbesondere die parkenden Autos im oberen Teil der Straße sorgen dafür, dass die Straßenführung deutlich enger wird und daher auch das Gefahrenrisiko steigt. Außerdem wurde zusätzlich an der Treppe auf dem Weg zum Petersberg eine hohe Bordsteinkante aufgebaut, obwohl hier ein abgesenkter Bordstein ebenfalls dazu führen würde, dass zum Beispiel das Schieben eines Fahrrads bequemer wird. Mit der Erneuerung der Sangerhäuser Straße wurde also eine weitere Chance verspielt Nordhausen fahrradfreundlicher zu gestalten.

Neben einer besseren Infrastruktur an Radwegen ist für eine höhere Attraktivität aber auch eine hohe Sicherheit für das eigene Fahrrad notwendig. Gerade in den letzten Tagen und Wochen wurden jedoch in Nordhausen auch viel öfter Fahrräder gestohlen. Deshalb ist es besonders wichtig für genug abschließbare Fahrradständer zu sorgen, nur so kann eine bessere Sicherheit gewährleistet werden.

Diese ganzen Probleme machen also erkennbar, dass das Fahrrad bei des Stadtplanung bisher keineswegs die gleiche Rolle wie das Auto erhalten hat. Zwar hörte man in der Politik immer viele Appelle und große Symbole dafür, dass Rad so oft wie möglich zu nutzen, doch große Veränderungen haben nicht stattgefunden.

Nordhausen ist weiterhin keine fahrradfreundliche Stadt und ist ebenfalls nicht genug auf neue Entwicklungen wie die E-Fahrräder oder andere Verkehrsmittel vorbereitet. Es ist daher von großer Bedeutung, dass dem Radverkehr in Nordhausen nun eine größere Rolle zukommt. Die Innenstadt muss stärker mit abschließbaren Fahrradständern und Radwegen ausgestattet werden. Vor allem bei der Erneuerung von Straßen sollte immer auf eine Verbesserung der Situation für Fahrradfahrer geachtet werden! Schließlich müssen auch alle Ortsteile mittelfristig an die Kernstadt angeschlossen werden, um eine bessere Verbindung zwischen beiden Teilen der Stadt zu ermöglichen.

Das Fahrrad ist vor allem in der Innenstadt DAS Verkehrsmittel der Zukunft. Umweltfreundlich, praktisch und kostengünstig.    Die Stadt sollte sich also dieser Entwicklung anpassen und stärker auf eine fahrradfreundliche Umgebung setzen!

Jan Niklas Reiche (Jusos Nordhausen)

 

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